Phuu ist das heiss! Einheimische Wildstauden und warum sie bei Trockenheit viel widerstandsfähiger sind.
Ist bei euch im Garten auch alles trocken und wenn ihr nicht giesst, fangen eure Pflanzen gleich an zu "lampen"? Beim Fahrradfahren seht ihr aber an Strassen- und Wegrändern, dass die Wegwarte trotz der krassen Trockenheit immer noch wunderbar blau blüht? Hä, aber da giesst doch gar keiner... Die Wegwarte ist eine von vielen einheimischen Wildstauden, welche mit der aktuell grossen Trockenheit gut zurecht kommt. Warum? Einheimische Wildstauten können sich besser an lokale Bedingungen anpassen. Sie besitzen verschieden Strategien wie es ihnen gelingt mit Trockenheit umzugehen. Die Wegwarte bspw. ist eine Pfahlwurzlerin, wodurch sie ihre Wurzeln tief in den Boden treiben kann und so noch ziemlich lange Wasser erreicht. Die Wildstauden welche aktuell in der prallen Sonne überleben und teils immer noch blühen, sind i.R. alles Pflanzen mit kleinen bis sehr kleinen Blättern (schmal) und/oder besitzen eine Haar- oder Wachsschicht auf den Blättern (verringert die Sonnenexposition) oder haben selbst in den Blättern einen Wasserspeicher (Sukulenten). Einer der zentralsten Punkte, weshalb Wildstauchen besser mit den hiesigen klimatischen Bedingungen zurecht kommen ist jedoch, dass sie sich über Samen vermehren. Sie samen jedes Jahr ab und können so die klimatischen Gegebenheiten speichern und genetisch weitergeben. Einheimische Wildstauden können so die Gegebenheiten ihres Standorts aufnehmen, verarbeiten und der neuen Pflanze mitgeben, was dazu führt dass Pflanzen heranwachsen die über die Jahre sehr angepasst an ihren Standort sind und dadurch teilweise endemisch werden. Dies unterscheidet sie essentiell von Prachtstauden, welches meist Züchtungen sind die sich nicht immer vermehren können, somit in ihrer Form bestehen bleiben und keine Chance haben sich durch Vermehrung ans Klima anzupassen. Ausserdem passen Wildstauden ihren direkten Wuchs den klimatischen Bedingungen an. Aktuell kann beobachtet werden, dass die meisten Pflanzen viel kleiner gewachsen sind, als in anderen Jahren. Fast schon ein sogenannter Wachstumsstopp. Die Pflanze fällt bei grosser Hitze kleiner aus. Sie verringert das Blattvolumen, da sie sich vor Verdunstung schützen will. Je grösser die Expostionsfläche, desto mehr Wasser kann weichen. Ausserdem stellt sie das Wachstum nach oben ein, um den Energie- und Wasserverbrauch massiv zu senken. Zudem konzentriert sich die Pflanze bei langandauernden Hitze- und Trockenperioden auf das Wurzelwachstum - damit sie tieferliegende Wasservorräte erreichen kann. Wird zusätzlich bei der Wahl der Pflanzen sowie der Pflanzung selbst der Standort, die Bodenbeschaffenheit sowie Wasserbedarf der Pflanze berücksichtig, sind sie gut gerüstet für die grosse Trockenheit und können besser damit umgehen als Prachtstauden. Sie brauchen weniger bis gar kein (Giess-) Wasser und der Giessaufwand reduziert sich massiv. Weitere Beispiele für trockenresistente einheimische Wildstauden: - Sonnenröschen - Natternkopf - Kartäusernelke - Feldquendel - Mauerpfeffer - Färberkamille etc. Was für einen Nutzen einheimische Wildstauden sonst noch haben und warum es sich lohnt diese im eigenen Garten zu pflanzen, könnt ihr im nächsten Blogeintrag lesen.
